Biblische Wahrheiten

Esther: Bibelstudium (PDF) PDF-Ausgabe

Esther: Bibelstudium



Es gibt viele Bibelstellen, die auf die befreiende Kraft Gottes hinweisen. Eines dieser Stellen ist auch das Buch Esther. Ich möchte deshalb gerne etwas Zeit in diesem Artikel dafür verwenden, einen Blick in dieses Buch zu werfen und auf das, was es uns lehrt.

Esther 1, 2: der Hintergrund

Die Ereignisse, die im Buch Esther beschrieben sind, fanden statt, als die Israeliten in Babylon gefangen waren. Der Ort des Geschehens ist Susa, die Stadt, in der der König der Mäder und Perser, König Ahasveros1, lebte. Nachdem er seine erste Frau, die Königin Wasti2, verstieß, suchte er eine neue Frau, damit diese Königin werden sollte. Um eine neue Frau für den König zu finden, wurde ein Wettbewerb organisiert, bei dem Frauen aus dem ganzen Königreich nach Susa kamen mit dem Ziel, diejenige zu sein, die den leeren Platz der Königin ausfüllen sollte (Esther 2:1-4). Unter diesen Frauen befand sich auch Ester, ein hebräisches Mädchen, das von Mordechai aufgezogen wurde, der einer der Gefangenen war, die von Nebukadnezar aus Jerusalem weggeführt wurden. (Esther 2:5-7). Nachdem sie zum Ersten die Gunst3 von "Hegai dem Hüter der Frauen " (Esther 2:9), zum Zweiten die Gunst "aller, die sie sahen" (Esther 2:15) und schließlich und am weitaus wichtigsten die Gunst des Königs selbst, (Esther 2:17) erhielt, gewann dieses Mädchen den Wettbewerb. So wurde Ester die neue Königin. Jedoch offenbarte sie niemandem, dass sie Jüdin war, gemäß den Anweisungen, die Mordechai ihr gegeben hatte. So kannte niemand, nicht einmal der König, Ester’s Nationalität.

Esther 3: die Probleme beginnen

Und obwohl soweit alles in Ordnung war, bringt Esther 3:1 eine neue Person ins Spiel, die große Probleme mit sich brachte. Esther 3:1-6 berichtet uns von dieser Person und dem Problem:

Esther 3:1-2, 5-6
"Nach diesen Begebenheiten machte der König Ahasveros Haman, den Sohn des Hammedata, den Agagiter, groß, und er erhob ihn im Rang und stellte seinen Sitz über alle Fürsten, die bei ihm waren. Und alle Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und warfen sich nieder vor Haman, denn so hatte der König es in Bezug auf ihn befohlen. Aber Mordechai beugte seine Knie nicht und warf sich nicht nieder. ......... Und als Haman sah, dass Mordechai vor ihm weder seine Knie beugte noch sich niederwarf, da wurde Haman mit Zorn erfüllt. Aber es war in seinen Augen zu gering, die Hand an Mordechai allein zu legen, da man ihm die Volkszugehörigkeit Mordechais mitgeteilt hatte. So suchte Haman alle Juden, die im ganzen Königreich des Ahasveros waren, das Volk Mordechais zu vernichten."

Das Letztgesagte in dieser Bibelstelle zeigt, dass wir am Beginn von echten Problemen sind. Haman, den der König erhob und „setzte seinen Sitz über alle Fürsten, die bei ihm waren“, d.h. der Mann, der im Grunde der Stellvertreter des Königs war, ärgerte sich über Mordechai, weil dieser sich weigerte, vor ihm niederzuknien. Deshalb wollte er das gesamte Volk Mordechai’s, d.h. alle Juden, auslöschen. Obwohl es offensichtlich verrückt war, dass Haman eine ganze Nation zerstören wollte, nur weil ein Mann nicht vor ihm niederkniete, gibt es mehr geistliche Einblicke in seine Handlungen als der erste Schein zeigt. In der Tat, da dieses große Königreich, in dem Haman Stellvertreter war, sich von Indien bis nach Äthiopien erstreckte (Esther 1:1) können wir verstehen, dass kein Jude überleben würde, sollte Haman seine Absichten in die Tat umsetzen. Nun wenn das geschehen wäre, ist die Frage wie dann Christus geboren werden könnte? Gott hatte ursprünglich Abraham (1.Mose 17:7 and Galater 3:16) und später David (Psalm 132:11-12 und Apostelgeschichte 2:30) versprochen, dass aus ihnen Christus kommen würde. Jedoch würde kein Versprechen im Hinblick auf Jesus Christus erfüllt, wenn Haman’s Absichten umgesetzt worden wären, und der ganze Plan Gottes in Bezug auf die Rettung würde scheitern. Die Absichten Haman’s waren deshalb nicht einfach nur paranoid, sondern absolut teuflisch. Es war der Teufel, der hinter Haman handelte, indem er versuchte, das Kommen von Christus zu verhindern, indem er sein ganzes Volk auslöschte, genau so wie er einige Jahrhunderte später durch Herodes versuchte, ihn zu töten, bevor es möglich war, seinen Auftrag zu erfüllen. Um es zusammen zu fassen betraf das erste Problem die Verheißungen Gottes in Bezug auf Jesus Christus. Hier haben wir einen Mann, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, diese Verheißungen dadurch auszulöschen, dass er alle Juden tötete. Die Frage ist: wird es Gott möglich sein, Seine Verheißungen zu verteidigen? Im allgemeinen: sind die Verheißungen Gottes unumstößlich oder können sie durch den Willen eines Menschen gebrochen werden, wenn auch dieser Mann der Stellvertreter im größten Königreich dieser Zeit war?

Obwohl wir das Problem beschrieben haben, haben wir bisher noch nichts über die Ursache des Problems gesagt. In der Tat werden einige sich wundern, warum Mordechai nicht vor Haman niederkniete und ihm Respekt zollte. Schließlich war Haman der Stellvertreter, der Mann, der dem König am nächsten war. Warum ehrte Mordechai ihn deshalb nicht, so wie der König es befohlen hatte (Esther 3:21)? War er so stolz? Die Antwort ist nein. Der Grund, warum Mordechai Haman keine Ehre erwies wird verstanden werden, wenn wir beachten, dass der Text sagt, dass Haman ein AGAGITER war. Das bedeutete wohl, dass er von Agag kam, einem König der Amalekiter4, was wiederum bedeutete, wenn unsere Einschätzung richtig ist, dass er selbst ein Amalekiter5 war. Was ist verkehrt daran? Das Falsche daran ist die Tatsache, dass die Amalekiter gegen Israel kämpften, als diese auf ihrem Weg in das gelobte Land waren (Exodus 17), sie waren von Gott als Seine FEINDE bezeichnet. 2. Mose 17:14-16 sagt uns ganz klar:

2.Mose 17:14-16
"Danach sprach der HERR zu Mose: Schreib dies zur Erinnerung in ein Buch und lege in die Ohren Josuas, dass ich die Erwähnung von Amalek vollständig unter dem Himmel auslöschen werde! Und Mose baute einen Altar und gab ihm den Namen: "Der HERR ist mein Feldzeichen", indem er sagte: Fürwahr, die Hand ist am Thron Jahs: Krieg hat der HERR mit Amalek von Generation zu Generation!"

Deshalb war Haman als Amalekiter jemand, mit dem Gott im Krieg war. So hatte Mordechai 2 Möglichkeiten: i) Haman, den Feind Gottes, zu ehren und damit das Wort Gottes zu entehren oder ii) das Wort Gottes zu ehren und Haman die Ehre zu verweigern. In der Tat kann niemand sagen, auf der Seite Gottes zu sein und gleichzeitig bei der ersten Gelegenheit das Wort Gottes kompromittieren. Der einzige Weg, Gott zu kennen ist durch Sein Wort und der einzige Weg, auf der Seite Gottes zu stehen ist dafür einzustehen, was das Wort sagt. Mordechai entschied sich dafür, keine Kompromisse mit dem Wort Gottes einzugehen und einen Feind Gottes zu ehren. Mit anderen Worten stand er für Gott ein, indem er glaubte, dass Gott ihn befreien würde, wie es Sein Wort verspricht6. Die zweite Frage, die sich daraufhin stellt, ist: kann Gott Mordechai befreien, der Mann, der für Ihn aufstand? Allgemeiner: ist Gott fähig, uns von Gefahren zu befreien, wenn wir uns entscheiden, Ihm zu vertrauen und fest auf Seinem Wort stehen, oder sind wir einfach dem Willen und Macht der Menschen ausgeliefert?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir den Rest von Esther lesen.

3. Ester und Mordechai

Nachdem Haman sich entschieden hatte, alle Juden zu vernichten, musste er ein Datum dafür festlegen und die Erlaubnis des Königs erhalten. Esther 3 sagt uns, das er den dreizehnten des zwölften Monats festlegte (Esther 3:13) und dass, nachdem er vorgab, dass die Juden des Königs Gesetze nicht einhielten [sie hatten die Gesetze Gottes] und nachdem er dem König einen großen Geldbetrag anbot [10.000 Talente Silber], er schließlich die Erlaubnis für seine Pläne vom König bekam (Esther 3:8-10). Der Befehl für die Vernichtung der Juden wurde unter Haman’s Federführung geschrieben, wurde in alle königlichen Provinzen gesandt und brachte allen Juden großen Kummer (Esther 3:12-15, 4:3). Mordechai selbst war so voller Kummer, „da zerriss Mordechai seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche. Und er ging hinaus mitten in die Stadt und erhob ein lautes und bitterliches Klagegeschrei " (Esther 4:1). Ester, die noch immer nichts von dem Dekret wusste, war sehr traurig, als sie hörte, dass ihr Adoptivvater Mordechai sehr viel Kummer hatte und sandte einen ihrer Diener um herauszufinden, was der Grund dafür ist (Esther 4:4-6). Durch diesen Diener teilte Mordechai ihr mit, was passiert war und bat sie, zum König zu gehen, um für ihr Volk zu bitten (Esther 4:7-9). Wie wir uns erinnern hatte Ester als Königin keine niedrige Stellung am Hof. Jedoch zögerte sie am Anfang, das zu tun, um was Mordechai sie gebeten hatte, da es für niemanden erlaubt war uneingeladen zum König zu gehen. (Esther 4:10-12).

Man möchte annehmen, dass es nicht die geringste Möglichkeit für Mordechai und die verbleibenden Juden gab, dem Zorn Haman’s zu entfliehen, da sogar Ester, die Königin, zögerte zu helfen. Jedoch verhielt es sich nicht so. Da trotz der Tatsache, dass Ester zögerte, die Verheißungen Gottes, auf denen Mordechai stand, nicht von Ester, sondern von GOTT abhängen. Er war dafür verantwortlich, einen Ausweg zu finden. Natürlich war Ester eine sehr gute Möglichkeit und deshalb hatte er sie auch gefragt. Aber die Tatsache, dass Mordechai sie bat zu helfen, bedeutet nicht, dass sein Vertrauen nur ihr und nicht Gott galt. Siehe seine Antwort auf Ester’s Zögern:

Esther 4:13-14
"Und Mordechai ließ der Ester antworten: Bilde dir nicht ein, du könntest dich mit deinem Leben im Haus des Königs allein von allen Juden in Sicherheit bringen! Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt wirklich schweigst, so wird Befreiung und Rettung für die Juden von einem andern Ort her erstehen. Du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet umkommen. Und wer erkennt, ob du nicht gerade für einen Zeitpunkt wie diesen zur Königswürde gelangt bist?"

Mordechai vertraute Gott. Die Frage im letzten Abschnitt seiner Antwort zeigte, dass ihm klar war, dass es Gott war, die Ester an den Hof für diese schweren Zeiten gebracht hatte. Deshalb fragte er sie um zu helfen. Jedoch als er sah, dass sie zögerte, sagte er ihr, dass es in Gottes Macht stand, auch ohne ihre Hilfe die Juden „von einem anderen Ort her“ zu befreien. Es ist wirklich großartig, wie sehr Mordechai Gott vertraute.

Wir sollten seiner Lektion folgen und ebenfalls Gott und nicht Menschen vertrauen. Jeremia 17:5-8 macht vorab klar was passieren wird, wenn wir unser Vertrauen auf Menschen setzen und was passiert, wenn wir auf Gott vertrauen.

Jeremia 17:5-8
"So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom HERRN weicht! Er wird sein wie ein kahler Strauch in der Steppe und nicht sehen, dass Gutes kommt. Und an dürren Stätten in der Wüste wird er wohnen, in einem salzigen Land, wo sonst niemand wohnt. Gesegnet [d.h. fröhlich] ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Vertrauen der HERR ist! Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen."

Auf der einen Seite haben wir den Mann, der auf Menschen vertraut und dessen Herz sich von Gott entfernt und auf der anderen Seite haben wir den Mann der Gott vertraut. Der eine ist wie ein kahler Strauch in der Steppe und der andere wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist. Der eine wohnt in der Wildnis, während der andere am Fluss wohnt, d.h. an einem Ort voller Leben.

Zurück zu Mordechai, seine Antwort verändert Ester’s Haltung:

Esther 4:15-17
"Da ließ Ester dem Mordechai antworten: Geh hin, versammle alle Juden, die sich in Susa befinden! Und fastet um meinetwillen und esst nicht und trinkt nicht drei Tage lang, Nacht und Tag! Auch ich selbst werde mit meinen Dienerinnen ebenso fasten. Und sodann will ich zum König hineingehen, obwohl es nicht nach dem Gesetz ist. Und wenn ich umkomme, so komme ich um! Da ging Mordechai weg und handelte nach allem, was Ester ihm befohlen hatte."

Am dritten dieser Tage ging Ester schließlich zu König. Wie bereits in Ester 4:11 erwähnt hätte sie sterben können, uneingeladen dorthin zu gehen, es sei denn der König würde sein goldenes Zepter zu ihr hin reichen. Die Verse 2 sagen uns, was schließlich passierte:

Esther 5:2
"Und es geschah, als der König die Königin Ester im Hof stehen sah, erlangte sie Gunst in seinen Augen, und der König reichte Ester das goldene Zepter entgegen, das in seiner Hand war. Da näherte sich Ester und berührte die Spitze des Zepters."

Gott brachte Ester durch den Wettbewerb in die Gunst des Königs und machte aus ihr eine Königin (Esther 2:17), nur für diese schwierige Zeit ("gerade für einen Zeitpunkt wie diesen" (Esther 4:14)). Nun, als die Zeit für Ester kam, ihre Rolle zu spielen, brachte sie Gott noch einmal in die Gunst desselben Mannes, und sie musste nicht sterben, trotzdem sie uneingeladen in seinen Hof kam. Bei diesem Besuch lud sie ihn und Haman zu einem Bankett ein, welches sie für sie am Nachmittag vorbereiten würde. Als sie kamen, war bereits ein weiteres Bankett für den nächsten Nachmittag vorgesehen (Esther 5:3-8). Wie wir noch sehen werden, war die Zeit zwischen den Banketten äußerst kritisch.

Esther 5-8: Die Befreiung

Die Einladung der Königin zu einem weiteren Bankett am nächsten Nachmittag machte Haman sehr froh (Esther 5:9), da es in der Tat eine große Ehre war unter Königen zu feiern. Jedoch schlug seine Freude in Zorn um, als er am Eingang des Palastes Mordechai sah "und dass er nicht aufstand und ihm keine Ehrfurcht erwies" (Esther 5:9). Um es klar zu sagen wollte Mordechai trotz der kritischen Situation nicht aufgeben und Haman Ehrerbietung erweisen. Er fuhr fort, Gott und Seinem Wort zu vertrauen. Er glaubte weiterhin, dass Gott ihn und sein Volk befreien würde. Jedoch trieb Haman’s Zorn ihn noch weiter. Als er nach Hause kam, berichtete er seiner Frau und seinen Freunden, neben der Freude über die Einladung der Königin, auch über seinen Zorn über Mordechai. Dann machten seine Frau und seine Freunde ihm einen Vorschlag:

Esther 5:14
"Da sagten seine Frau Seresch und all seine Freunde zu ihm: Man soll einen Holzpfahl herrichten, fünfzig Ellen hoch! Und am Morgen sage dem König, dass man Mordechai daran aufhängen soll! Dann geh mit dem König fröhlich zum Mahl! Das Wort gefiel Haman gut, und er ließ den Holzpfahl herrichten. "

Wie es aussah wurde die Lage für Mordechai noch schlimmer. Haman würde nicht auf den Tag der Vernichtung der Juden warten, um ihn tot zu sehen. Er wollte, dass das viel früher geschah und sogar am nächsten Morgen!! Es war offensichtlich, wenn Gott Mordechai befreien wollte, dann musste Er das diese Nacht machen! Und das ist auch das, was Er tat :

Esther 6:1-3
"In jener Nacht floh den König der Schlaf. So befahl er, das Buch der Denkwürdigkeiten die Chronik, zu bringen. Und sie wurden vor dem König vorgelesen. Da fand sich geschrieben, was Mordechai gemeldet hatte über Bigtan und Teresch, die beiden königlichen Eunuchen, von denen, die an der Schwelle Wache hielten, dass sie nämlich danach getrachtet hatten, Hand an den König Ahasveros zu legen. Da sagte der König: Was ist dem Mordechai dafür an Ehre und Auszeichnung erwiesen worden? Und die Pagen des Königs, die ihn bedienten, sagten: Es ist ihm nichts erwiesen worden."

Mordechai hatte, nachdem Ester Königin geworden war und noch bevor Haman’s Ernennung zum zweiten Befehlshaber, den König gegen eine Verschwörung von zwei seiner Türsteher, Bigtan und Teresch, beschützt (Esther 2:21-23). Trotz der Tatsache, dass das in den Chroniken d.h. in dem offiziellen Tagebuch des Königreiches, vermerkt war, war nichts getan worden um Mordechai zu ehren. Jedoch war das kein Zufall, denn durch diese nicht erwiesene Ehre würde Gott ihn genau dann befreien, wenn er es am meisten brauchte. So “floh dem König der Schlaf” genau in der Nacht, die die letzte für Mordechai sein sollte. Trotzdem es nicht explizit gesagt wird, zeigen die Ergebnisse, dass das göttlich geplant war und er wach blieb, um die Dinge zu tun die nun folgen7. Das erste davon war zu fragen, die Chronik zu ihm zu bringen. Wie wir bereits wissen, enthielt das Buch auch den Bericht über Mordechai’s Tat. Jedoch war das bestimmt nicht die einzige Aufzeichnung in diesem Buch. Im Gegenteil kann ein Tagebuch wie dieses sehr gut Hunderte von Einträgen haben. Nichtsdestotrotz war in dieser Nacht nur ein Eintrag wichtig, und es war dieser Eintrag, der gelesen wurde. Und dieser Eintrag war kein anderer als der von Mordechai’s über das Gute, was er dem König tat und dass er dafür nicht belohnt wurde!! Nachdem der König hörte, dass Mordechai nicht belohnt worden war, rate was passierte? Er beschloss, Mordechai am nächsten Tag zu belohnen!! Als der Morgen kam und Haman den König darum bat, Mordechai zu hängen, erwartete ihn eine böse Überraschung:

Esther 6:4-9
"Da sagte der König: Wer ist im Hof? Nun war Haman gerade in den äußeren Hof des Königshauses gekommen, um dem König zu sagen, man möchte doch Mordechai an dem Holzpfahl aufhängen, den er für ihn errichtet hatte. Und die Pagen des Königs sagten zu ihm: Siehe, Haman steht im Hof. Der König sagte: Er soll hereinkommen! Und Haman kam herein. Der König sagte zu ihm: Was soll man dem Mann tun, an dessen Ehrung der König Gefallen hat? Da dachte Haman in seinem Herzen: Wem könnte der König mehr Ehrung erweisen wollen als mir? Und Haman sagte zum König: Was den Mann betrifft, an dessen Ehrung der König Gefallen hat, so soll man ein königliches Gewand bringen, mit dem sich der König bereits bekleidet hat, und ein Pferd, auf dem der König schon geritten ist und auf dessen Kopf königlicher Kopfschmuck gesetzt worden ist. Und man soll das Gewand und das Pferd der Hand eines der Obersten des Königs, eines der Vornehmen übergeben. Und man soll dem Mann, an dessen Ehrung der König Gefallen hat, das Gewand anziehen und ihn auf dem Pferd über den Platz der Stadt reiten lassen und soll vor ihm her ausrufen: So wird dem Mann getan, an dessen Ehrung der König Gefallen hat!"

Haman sagte all diese Dinge, weil er dachte, dass er der war, den der König ehren wollte. ABER ....................

Esther 6:10-12
"Da sagte der König zu Haman: Beeile dich, nimm das Gewand und das Pferd, wie du geredet hast, und mache es so mit Mordechai, dem Juden, der im Tor des Königs sitzt! Lass nichts ausfallen von allem, was du geredet hast! Da nahm Haman das Gewand und das Pferd, und er zog Mordechai das Gewand an und ließ ihn über den Platz der Stadt reiten und rief vor ihm her aus: So wird dem Mann getan, an dessen Ehrung der König Gefallen hat! Dann kehrte Mordechai zum Tor des Königs zurück. Haman aber eilte in sein Haus, traurig und mit verhülltem Haupt."

Erinnern wir uns wie es begann? Es begann damit, dass Mordechai im königlichen Tor stand und gegen das Böse, welches Haman gegen ihn und sein Volk geplant hatte, klagte. Aber siehe wie es endete: es endete damit, das Mordechai, der Mann der Gott vertraute, auf dem Pferd des Königs ritt und des König’s Mantel trug und Haman, bis dahin der zweite im Reich, vor ihm ausrief und dann zurück nach Hause ging und „klagte“!! Jedoch ist das noch nicht das Ende der Geschichte. Es passierte noch mehr während des Banketts der Königin. Während des Banketts eröffnete Ester dem König ihre Herkunft und dass Haman plante, ihr Volk zu vernichten. Als der König das hörte, wurde er sehr böse (Esther 7:7-8), und wenn Könige in diesen Zeiten böse werden über jemanden, dann wurde die Aussicht für sein Leben sehr unangenehm, es sei denn, er hatte Gott im Blick! Das galt auch für Haman, dessen Galgen nun schließlich für ihn selbst verwendet wurde!

Esther 7:9-10
"Und Harbona, einer von den Eunuchen, sagte: Siehe, da steht auch schon bei Hamans Haus der Holzpfahl, fünfzig Ellen hoch, den Haman für Mordechai hat machen lassen, der einst Gutes für den König geredet hat. Da sagte der König: Hängt ihn daran auf! So hängte man Haman an dem Holzpfahl auf, den er für Mordechai errichtet hatte. Da legte sich die Wut des Königs."

Es ist nun offensichtlich so, dass die Rollen von Mordechai und Haman vertauscht wurden. Haman, der Zweite im Reich und der Mann, der geplant hatte, die ganze jüdische Nation zu vernichten, endete schließlich gehängt am gleichen Galgen, den er für Mordechai vorgesehen hatte!! Darüber hinaus berichten uns die letzten Verse des Buches Esther (Esther 10:3), dass Mordechai, der Mann, der Gott vertraute, „Zweiter nach Ahasveros“ wurde, das bedeutet, er wurde Stellvertreter anstelle von Haman. Und schließlich nahm der König nicht nur seinen Befehl zurück, sondern KEHRTE ihn UM, was den dreizehnten des zwölften Monats betraf, an dem die Juden völlig vernichtet werden sollten. Im neuen Befehl:

Esther 8:11-12
"worin der König den Juden in jeder einzelnen Stadt gestattete, sich zu versammeln und für ihr Leben einzustehen und alle bewaffnete Macht eines Volkes und einer Provinz, die sie bedrängen würde, samt Kindern und Frauen zu vernichten, umzubringen und auszurotten und ihre Habe als Beute zu erbeuten, und zwar an ein und demselben Tag in allen Provinzen des Königs Ahasveros, am dreizehnten Tag des zwölften Monats, das ist der Monat Adar."

In der Tat, was haben wir für einen befreienden Gott! Mordechai, der Mann, der Gott vertraute, begann klagend und mit der Bedrohung von Haman gehängt zu werden, aber schließlich wurde er von seinem Feind geehrt und Zweiter im Reich an seiner Statt. Gleichzeitig begannen die Juden “weinend und wehklagend” (Esther 4:3) und konnten am Ende feiern (Esther 8:17), ihre Feinde vernichtet (Esther 9:1).

Auf der anderen Seite begann Haman, der Mann, der an seine eigene Kraft glaubte, als Zweiter im Reich, fröhlich und bereitete sich darauf vor, Mordechai zu hängen, aber endete in Klage und sogar am gleichen Galgen, den er für Mordechai vorgesehen hat!

Schlußfolgerung

Nachdem wir die kurze Studie über das Buch Esther beendet haben, können wir sagen, dass die Lehre daraus die gleiche Lehre ist, die andere Teile des Wortes Gottes haben, d.h. dass das Wort Gottes ein sicheres Wort ist, ein Wort, dass trotz entgegensetzter menschlicher und teuflischer Kräften, nicht gebrochen werden kann. In der Tat sollen die, die wie Mordechai Ihm vertrauen “nicht beschämt werden“ (Jesaja 49:23), jedoch sie werden „ … sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen“ (Jeremiah 17:8). Um zu schließen:

Psalm 37:3-7, 9, 11
"Vertraue auf den HERRN und tue Gutes; wohne im Land und hüte Treue; und habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt. Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln und wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Sei still dem HERRN und harre auf ihn! … aber die auf den HERRN hoffen, die werden das Land besitzen… Aber die Sanftmütigen werden das Land besitzen und werden ihre Lust haben an Fülle von Heil.“

Anastasios Kioulachoglou

 



Fußnoten

1. Dieser Name war eher ein Titel (wie Pharao etc.) als ein Eigenname und er meinte soviel wie “der ehrwürdige König”. Laut Sir Henry Rawlinson, Professor Sayce, The Encyclopaedia Britannica, und The Century Encyclopaedia of Names (siehe: The Companion Bible, Kregel Publications, p. 618) gilt das gleiche auch für den Namen "Artaxerxes" (es bedeutet “der große König”) und "Darius" (es bedeutet “der Erhalter"), die einige Male an einigen Stellen in der Schrift auftreten, die sich auf die Gefangenschaft in Babylon beziehen

2. Siehe Esther 1 für weitere Details

3. Siehe auch den Artikel: "Gott: die Quelle der Gunst"

4. Für mehr über Agag siehe I Samuel 15.

5. Auch Josephus nannte ihn in seinen Schriften einen Amalekiter.

6. Siehe zum Beispiel: II. Chronik 16:9, Psalm 18:2-3, 30-31, 22:4-5, 25:2-3, 32:10, 35:9-10, 119:170 etc

7. Das bedeutet natürlich nicht, dass es geistliche Gründe hat jedes Mal wenn ich nicht schlafen kann!